17.05.13 - Fredericksburg, TX > Vernon, TX (380 Meilen)

Was für ein Tag... heut konnten wir eine massive Superzelle samt Tornado beobachten.

Ziel war heut eigentlich Kansas, aber an der Dryline über Texas war auch was drin. Vor allem im Bereich einer Dryline-Einbuchtung, wo erhöhte Bodenkonvergenz trotz Deckel Gewitter in der extrem instabilen Luft zünden könnte. Daher wollten wir mit der Kansas-Fahrt zumindest bis Mittag warten.

Nach einem Mittags-Imbiss hatte sich der Himmel über Brady sehr schnell von Einheitsblau in Blau-Weis verändert. Da geht also doch was - und wir haben uns für "in Texas bleiben" entschieden.

In kürzester Zeit gab es Niederschläge und ausgewehte Eisschirme...

Die einzelnen Quellimpulse waren zwar klein, haben aber ordentlich geblitzt...

Die Zellen bei Brady zogen nach Südost und schwächelten etwas. Da wir wegen den Folgetagen nach Norden mussten und dort auch der anfangs erwähnte Konvergenzpunkt lag, haben wir die Brady-Zelle schweren Herzens ziehen lassen.

Bald wurden nördlich von uns, etwa bei Graham, auch schon ein paar Zellen mit 5cm Hagel bewarnt. Schon aus der Ferne sahen wir, dass dies wohl noch nicht die höchste Bewarnung heut sein wird. Was für eine Explosion...

Nach einer guten Stunde ungeduldigem hoffen, dass die Zelle durchhält, waren wir so gut wie dran. Trotzdem war bis dahin die Sicht nie besser als so:

Doch dann kam die passende Oststraße und da war die Aufwindbasis:

Kaum in Sicht sahen wir, wie der RFD den Aufwind zerschnitt und im hinteren Bereich des Aufwinds alles wie wild rotierte.

Radarbild/Position dazu:

Die Tornadowarnung kam nur wenige Minuten danach. Es setze ein recht wuchtiger Tornado an...



Der Tornado wurde dann etwas schlanker und blieb insgesamt etwa 20 min bestehen.



Radarbild/Position der letzten Aufnahmen:

Dann löste sich der Tornado auf, aber laut Reports gab es dann noch weitere Tornados.

Wir haben derweil etwas zurückgesetzt, um die ganze Zelle zu bestaunen:


Und nochmal im Ganzen, man beachte den riesigen Eisschirm:

Zeitraffer der Zelle:

Danach ging es noch Stück nach Norden, um Morgen halbwegs in die Gewitterzone zu kommen. Dabei kreuzten wir die Zugbahn der Zelle. Die Hagelsteine werden vermutl. riesig gewesen sein, im dunkel und aus dem Auto konnten wir immerhin Funde bis 7cm machen - wow...

Dabei haben wir unbewusst auch den Tornadopfad gekreuzt und waren über die Schäden geradezu entsetzt... so stark sah der nämlich vorher nicht aus. Wir hoffen, dass niemand in den Gebäuden war, die fast komplett zerstört wurden.