28.05.15 - Amarillo, TX > Big Spring, TX (326 Meilen)

Erneut konnten wir imposante Wolkenformationen über dem Himmel von Texas finden.

Im nördlicher Panhandle waren die Höhenwinde heut besser, aber sollte es zuerst Gewitter im Süden geben, wäre im Norden die Luft raus. Zum einen durch Abschattung des Eisschirms, zum anderen durch Aussendung kühler Luftmassen. Wegen der Unklarheit ging es erst mal auf eine Runde in den Palo Duro Canyon..


Gegen Mittag waren im Süden aus den Morgengewittern bereits "Surface-Based Storms" geworden und machten die Nordoption, wie befürchtet, hinfällig.

Also ging es mit etwas Verspätung ab nach Süden. Die Türme im Norden sahen zwar hübsch aus, gingen aber nach und nach kaputt.

Dagegen wurde der Eisschirm der Südgewitter immer mächtiger.

Auf halben Weg nach Lubbock kam uns die Outflowboundary der Gewitter mir überraschend starken Windböen entgegen. Eine der Böen hat uns die Verkleidung der rechten A-Säule zerlegt. Das ging so schnell, wir sind uns nicht mal sicher, ob nur der Wind war oder ein Teil eines entgegen kommenden Trucks die Ursache war. Nicht schön, paar Tage brauchen wir das Auto noch. Aber allemal besser als ein Loch in der Windschutzscheibe...



Auf Höhe Lubbock angekommen, lag vor uns eine lose Kette von Gewittern inkl. 2..3 Superzellen. Letztere waren für uns zu weit weg und wir hatten auf Neubildungen am südwärts ziehenden Teil der Outflowboundary gehofft. Das hat dann sogar geklappt, auch wenn der kühle Outflow jede Neubildung in Kürze wieder unterschnitten hatte.

Nördlich von Gail, TX haben wir so eine Zelle gefunden:

Die Zelle war auf Tennisballhagel bewarnt und es wurde ein Tornado gemeldet, gesehen haben wir diesen aber nicht.

Etwas näher, die Farben und Kontraste waren der Wahnsinn:

Die Wolke war an einigen hellen Streifen leicht orange, das ist kein Fehler im Weißabgleich... Vielleicht hatte die Wolke irgendwo zu viel Staub eingesaugt...

Die verantwortliche Mesozyklone begann nach den letzten Bildern dann zu zerfallen und es bildete sich eine Gruppe kleinerer Gewitter.

Wir sind dann nochmal zurück in die Zugbahn auf der Suche nach Großhagel, haben aber nur wenig Steine von gemäßigter Größe gefunden. Vermutlich, weil die Zelle am Ende zu viel kühle Luft mit eingesaugt hat.

Auf dem Weg nach Süden haben wir noch allerlei interessante Wolkenformationen gesehen:


Dann wurde es richtig gespenstisch... die Abwinde der Gewitter haben die ganze Gegend nördlich Big Spring in Staub gehüllt. Fraglich war vor allem, wo der Staub eigentlich herkommt, denn die meisten Felder dort waren nass oder gar überflutet. Man möchte dieses Jahr eigentlich meinen, hier in einem Reisanbaugebiet zu sein.

Zum Glück gab es danach noch regenintensive Gewitter, die den ganzen roten Dreck wieder vom Auto abgespült haben, das ist vielleicht eine Matschepampe...