30.05.15 - Lovington, NM > Las Vegas, NM (451 Meilen)

Kein Tornado heut, aber eine Superzelle vom aller Feinsten.

Heut geht es Richtung Norden, da sich die Schwergewitteraktivität die nächsten Tage bis in die Dakotas verschiebt. Auf dem Weg dahin sah es im nördlichen Neumexico abends nach isolierten Superzellen aus, komischerweise hat das SPC da nicht mal ein Marginal Risk drauf, aber dazu später mehr.

Wir sind ja nicht nur wegen dem Wetter hier, auch Landschaft und Natur haben es uns hier angetan...

Und da wir es heut nicht eilig hatten, ging es erst in den Living Dessert Zoo von Carlsbad. Der wurde zu unserem letzten Besuch vor etwa einem Jahr von Golfballhagel eingedeckt. An den Kakteen sind die Spuren noch zu sehen:

Da kann man nicht nur Tiere im Käfig beobachten, auch die nichtgelisteten Bewohner des Zoos sind interessant, z.B. die Kolibries - hier Mama und bettelndes Kind:

Eine Gophersnake/Bullsnake auf dem Weg, diese versuchen in Muster und Verhalten (vibrierender Schwanz) die Klapperschlangen nachzuahmen, sind aber in Wahrheit harmlos:

Natürlich es gibt da auch Käfigtiere. Vor allem den Blacktailed Prairiedogs scheint die Käfig-Nummer aber überhaupt nicht zu passen.

Da wird alles unternommen, um auszubrechen. Eine Variante ist die allseits beliebte Räuberleiter und Klimmzüge...

Andere haben die Spinnen beobachtet und versuchen, es diesen gleich zu machen.

Und ein ganz mutiger versucht es über den Luftweg... Arme kleine Gefangene...

Auf dem Weg nach Norden... man merkt, dass der Spritpreis hier mit etwa 0,50€/l noch nicht das deutsche Niveau hat.

Der Regen der vergangenen Wochen lässt die Hochebenen von Neumexico erblühen. Schon die Farben sind verrückt, aber der Blütenduft erst - kann man aber noch nicht im Foto abbilden ;-)

Noch etwas nördlich hatte sich in den Raton-Bergen tatsächlich eine Multizellen mit kurzlebigen Mesozyklonen gebildet.

Als wir ran waren, ging die Zelle gerade in den Superzellenmodus über, weil von Südost immer feuchtere Luft reinkam und die Windscherung zum Abend auch aufdrehte.

Wir sind noch etwas ran und haben das drehende UFO bestaunt.


Eine Zeitlang tanzten die Funnel nur so hinter dem RFD, aber bis zum Boden kam keiner.

Was verwunderlich war, dass die Zelle nicht bewarnt war. Vermutl. deshalb, weil das Radar Probleme hat, in den Bergen (wir waren hier auf 2300m Höhe!) die Zellen richtig auszuloten. Das haben wir vor 3 Jahren in Alamogordo schon mal erlebt, und das auch heut unterschätzt.

Aber auch der Forecast war heut zu defensiv. Scherung und CAPE lagen bestimmt einiges über dem vorhergesagten. Laut SPC Mesoanalysis sollen hier nur 500 MLCAPE liegen...

Was für Strukturen...

Die Zelle zog mit etwa 15km/h auf uns zu und war mittlerweile recht nah, das Weitwinkel macht aber auch dann noch Gesamtansichten möglich.

Dann flog unser (und des SPC) Irrtum auf. "Da ist nur noch Regen drin" und "Sooo hoch ist das Hagelpotential heut nicht" waren 2 Sprüche, die vor allem eins waren - falsch.

Denn wir haben Bekanntschaft mit den 4cm großen Regentropfen gemacht und dabei paar Beulen am Mietwagen gefangen. Neben uns war eine Scheune mit Blechdach, das Hagelbombardement klang vielleicht gruselig...

Also ging es etwas auf Abstand...

10km südlich kommen wir aus dem Wald heraus, drehen uns um, und....

Was ist das denn? Da fehlten die Worte...

Jetzt fallen vermutl. auch noch paar größere Steine hinter dem Cremeweiß raus... Der Amboss gen Südost:

Genial..

Zeitraffer:
Und sogar noch ein Glückstreffer:

Vor allem deswegen, weil die Zelle fast nicht geblitzt hatte. Vielleicht alle 1-2 Minuten mal ein Blitz, selbst im Dunkeln später war da nicht viel mehr an Blitzen zu sehen.

Wir sind dann nochmal zurückgesetzt und haben recht viel und großen Hagel gefunden. Die meisten Steine waren 3cm, gut durchsetzt mit 4cm.


Was für ein Tag, dieses Jahr haben wir mal richtig Glück...