Mal etwas in die Gewitter-Spätsaison der Great Plains zu reisen, ist eine empfehlenswerte Alternative.

Wie schon im letzten Jahr gab es während unseres Aufenthalts keine wirklichen Unwetter- oder Tornadoausbrüche, das Wetter war gemessen am hier möglichen Potential eher verhalten. In der Tat gab es bis Mitte Juni keine stärkeren Tornados als paar einzelne F3-Ereignisse. Selbst folgender wurde "nur" als F2 eingestuft, sah visuell mit den Satellitentornados doch stärker aus:

Durch unseren späten Start waren die Gewitterlagen (wie erwartet) etwas anderes als die Vorjahre: Es hatte mehr CAPE, die Zellen waren langsamer, die Geschwindigkeitsscherung war geringer, hatte aber eine konstant gute Helicity, also Richtungsscherung.

Das alles hat uns fast durchweg Superzellenpotential beschert. Täglich gab es die tollsten Gewitter zu beobachten. Kannten wir so nicht, in Vorjahren gab es immer mal wieder Gewitterflaute. Für Bewundern von Landschaft, Flora und Fauna mussten wir sogar 2-3 schöne Gewittertage liegen lassen, so wenig gewitterfreie Zeit gab es!

Im Nachhinein und im Vergleich zu anderen Jahren, zeigt sich für uns gewittertechnisch folgendes Bild: Meist hat es Unwetter in den letzten 2 Aprilwochen, der Anfang Mai ist anfällig für Kaltlufteinbrüche und Hochdruckgebiete und es gibt eine relative konstante Hochphase Ende Mai. Wenn jemand fragt, idealer Start wäre vielleicht so um den 18. Mai und dann 3 Wochen Aufenthalt.

Die 2015'er Tour war auf jeden Fall ein richtiges Highlight-Jahr. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die vielen Gewittertage das Erholungsmaß der Tour stark reduziert haben ;-) Das hatten wir uns eigentlich schon letztes Jahr vorgenommen, nun aber definitiv: Sollte es noch mal eine Tour geben, dann werden die Gewitterjagdtage und Kilometer-pro-Tag von vornherein um mind. 50% gekürzt! Sonst braucht man ja Urlaub nach dem Urlaub...

Danke an alle Leser und Unterstützer, Fragen und Anregungen sind willkommen :-)

Juni 2015, Uwe, Susi, Joachim