26.05.15 - Wichita Falls, TX > Cisco, TX (318 Meilen)

Wir konnten eine sehr schöne Superzelle bei Breckenridge beobachten.

Ziel war heut der Raum Abilene, wo bei 4000J/kg MLCAPE und mäßiger Windscherung Superzellen möglich sein sollten.

Geweckt wurden wir am Morgen von den hiesigen Bootschwanzgrackeln, welche hier sehr häufig sind und mit ihrem breiten Spektrum an Tönen einfach faszinierend sind.

Es ist noch recht kühl am Morgen, aber die Sonne lässt bereits erahnen, dass es heut wärmer als gestern wird. Die Gewitterlinie gestern hatte halb Texas auf 15..20°C runtergekühlt, das war richtig unangenehm frisch.

Die Nordverlagerung gestern Abend hätten wir uns sparen können. Die energiereichen Luftmassen sind wegen der Gewitter gestern nun doch etwas südlicher, also rücken wir wieder vor bis zum Südbahnhof...

Bei Stamford haben wir auf Auslöse im Westen gewartet. Aber so recht tat sich da nichts, von Westen her drückte bereits eine diffuse Dryline mit trockener Luft. Im Osten etwa bei Albany sahen die Quellwolken dagegen zunehmend gesünder aus:

Nun hieß es schnell handeln, da mögliche Superzellen heut nicht allzu lang leben dürften und wegen der eher mäßigen Scherung rasch Gewittercluster bilden sollten. Also haben wir die dichtesten Quellungen flankiert, bis es erste Blitze gab.

Nun noch schnell davor, das sah schon mal gut aus.

Die Zelle scherte komischerweise nicht rechts weg, sondern verlagerte sich minimal nach Nordost. Muss wohl daran gelegen haben, dass sich die Zelle in der Strömung "festgefressen" hatte und die Verlagerung nur ein Taumeleffekt war.

Das ganze rotierte nun schon gemächlich und eine Wallcloud setzte an.

Ach schön....

Auch die Wallcloud hatte nun Rotation aufgenommen.

Immer wieder gab es Wolkenteile, die fast zum Boden reichten, aber ein Tornado war nicht auszumachen.

Dank dem Zeitraffer kann man die Rotation der ganzen Zelle deutlich machen:
Und noch ein kurzer Zeitraffer der rotierenden Wallcloud:
Unterwegs trafen wir auf die Stormchasing-Kollegen Markus, Gregory und Domenic, die sich das Schauspiel auch nicht entgehen lassen wollten.

Wir sind dann noch etwas näher ran. Die Wolkenmasse quirlten da vielleicht am Himmel herum...

Es ab immer mal wieder dünne "Ropefunnels" bis auf halben Weg zur Erde, also dünne seilförmige Trichterwolken. Ein Foto der kurzlebigen Gebilde gelang bei der Autofahrt allerdings nicht.

Und auch hier war ganz schön Dynamik drin:

Die Zelle ging nun in den HP-Modus über (High Precipitation = viel Niederschlag). Das ist für Fotos wegen dem vielen Niederschlag eher uninteressant und wir haben die Zelle ziehen lassen, im Westen zogen aber noch paar nachgelagerte Mesozyklone nach:

Die mittlerweile tief stehende Sonne wertete das Ganze farblich deutlich auf:

Aber auch das Hagel-Grün-Blau allein ist schon eindrücklich:

Etwas zurückgesetzt sieht eine HP-Zelle in etwa so aus:

Im Motel hat es dann noch stundenlang gewittert und eine ganze Menge Naheinschläge gegeben.

An der Dauer zwischen Blitz und Donner konnte man gut abschätzen, welche der Autobahnbeleuchtungen getroffen wurde. Am Folgemorgen waren bereits die Handwerker dabei, die getroffenen Lampen auszutauschen...