27.05.15 - Cisco, TX > Amarillo, TX (475 Meilen)

Bei Canadian, TX konnten wir eine langlebige, tornadische Superzelle bestaunen.

Beim Verlassen des Hotels waren die örtlichen Elektriker gerade dabei, die riesigen Highway Beleuchtungen nach den Blitzschlägen gestern zu reparieren.

Ziel war heut das Texas-Panhandle oder nördlicher, je nachdem wie weit wir es schaffen. Ähnlich zu gestern überlagern sich kräftige Instabilität mit ausreichend Scherung für Superzellen.

Auf einem Rastplatz haben wir folgenden Gesellen angetroffen. Die Flora und Fauna hier begeistert uns fast genauso, wie die Erscheinungen am Himmel...


Aber auch der Wilde Westen lebt hier noch...


...mehr oder weniger:

Im Panhandle angekommen, brodelte es östlich von uns bereits kräftig, vermutl. lag dort eine Outflowboundary der gestrigen Gewitter.


Die bunt gemusterten Felder sind ein genialer Kontrast zum Weiß-Blau des Himmels:


Paar Meilen nördlich von uns, etwa bei Canadian, war eine der Quellungen rasch zum Gewitterturm geworden.Die Zelle versteckte sich anfangs noch vor einem anderen Quellimpuls...

10 Meilen nördlicher und 15min später war die Zelle dann in Sicht, na und das ist doch mal ein Anblick:

Das Gewitter war zur eindrücklich rotierenden Superzelle geworden und kam langsam auf uns zu, bereits war der erste Zyklus abgelaufen und eine rotierende Wallcloud samt Funnel senkte sich ab... na das ging ja schnell...


Ob der Funnel Bodenkontakt hatte und damit ein Tornado war, konnten wir aus der Ferne nicht ausmachen.

Animation dazu:
Die Zelle schraubte und "funnelte" weiter auf uns zu, ein grandioser Anblick:


Zeitraffer der Gewitterrotation:
Da die Zelle fast stationär war, sind wir nochmal direkt unter die Meso drunter gefahren. Nicht vom Weitwinkel täuschen lassen, das war näher, als es aussieht ;-)

Zeitraffer dazu:
Im rechten Bereich tanzten bereits Funnel und die Zelle rückte leicht näher. Von unserem Standpunkt aus hatte man zwar top Sicht, aber das wurde uns zu heikel. Erstens droht bereits Großhagel >5cm über uns, zweitens gibt es hier kaum Straßen, falls es doch zur Flucht kommen sollte und drittens kamen plötzlich hunderte andere Chaser und haben die wenig verbleibenden Straßen nahezu blockiert.

Daher sind wir an unseren alten Aussichtspunkt zurück und haben dort in Ruhe weiter beobachtet.Im nächsten Bild kann man unseren alten Standort ausmachen, wenn man etwa die Asphaltstraße nach hinten verlängert.

Etwa zur Aufnahme des letzten Bildes gingen die Tornadosirenen in Canadian los, da das Dopplerradar innerhalb der Wolke bereits heftige, bodennahe Rotation ausmachte. Bald wurde diese auch unter der Wolkenmasse sichtbar - ein Funnel erschien:

Der wuchs rasch zu einem massiven Tornado heran...

Teilweise wurde das sogar zum Multivortex mit Satellitentornados. War mittlerweile ein ganz schöner Brocken geworden, wir sind ganz froh, die sichere Variante gewählt zu haben.

Nach paar Minuten ging der Tornado dann in die Auflösungsphase. Auf Fotos wirkt das recht statisch, aber die Wolkenmassen wirbeln da dermaßen schnell herum, das man es kaum glauben kann...


Die Mesozyklone war okkludiert und es entstanden gleich 2 neue, eine im Osten und eine im Westen. Hier die östliche:

Wir waren von dem Gewitterverlauf hin und weg...Und auch etwas geschafft, daher ging es noch zu einer Stärkung durch ein ordentlichen Steak nach Amarillo.

Geschafft im Motel angekommen hat es im weiteren Umkreis praktisch die ganze Nacht weiter gewittert. Das war ein genialer Chasingtag heut, wenn es doch immer so einfach wäre...

Für die Tagesbewertung von 5 Blitzen waren heut nicht mal Icons nötig :-)