22.05.16 - Scott City, KS > Lakin, KS (320 Meilen)

War heut nicht ganz einfach und wir wurden von den Gewittern reichlich an der Nase herumgeführt, aber ein Highlighttag war es allemal.



Am Morgen dauert es etwas, die Bilder des Vortages aufzubereiten. Wir verbringen dafür die Zeit am Monument Rocks National Landmark.

Die Hauptaktivität liegt heut in Texas, aber auch hier oben sollte was drin sein. Lange tut sich nichts, es gibt viele vergebliche Auslöseversuche.

Und noch einer...

Irisierender Pileus...

Dann Hoffnung, eine neuer Aufwind bringt etwas Hagel und zieht unter Verstärkung nördlich.

Eine kleine Meso entsteht und schraubt nun permanent Luft nach oben, bereits ist eine Golfball-Hagel-Warnung ausgegeben. Kaum zu glauben für das "dürre Ding"...

Die Zelle ist ein Leftmover und geht fix nach Norden. Da nix anderes in Reichweite ist, fahren wir hinterher...

Wir hatten auf einen sich abspaltenden Rightmover gehofft, aber nach ca. 1 Stunde Verfolgung stirbt der Aufwind abrupt ab.

Im Westen nun deutlich massivere Entwicklungen.

Bereits hatte sich eine dominante Superzelle gebildet mit diversen Mesoanbauten im Westen. Wir wären in optimaler Abfanglage, wenn das nicht schon wieder Left-Mover wären, das gibt es doch gar nicht....

Leftmover heißt nicht nur nördliche Zugbahn, sondern man fährt immer im kürzlich gefluteten Gebieten hinterher. Dadurch fallen heut die Mudroads weg (wir wollen in dem Schlamm nicht im Graben landen) und wir haben nur 2 Nordoptionen. Eine bei Holcomb, eine bei Lakin.

Wir wählen Lakin, also erst West dann Nord. Beim passieren der Zelle ein Blick in den Kern:

Auf unserern Westschwenk hat die Zelle nur gewartet und bildete endlich den erhofften Rightmover. Genau, gerade in dem Moment, wo wir westlich genug waren, um bei den heutigen Straßenoptionen nicht mehr davor zu kommen...

Nun ja, im Westen der Zelle gab es auch Neuentwicklungen, wir müssen nur knapp am Hagelkern der primären Zelle vorbei. Vor uns die Autos stoppen? Oha, wir mal lieber auch... Vielleicht 1km vor uns fällt irgendwas... Kurz darauf haben wir das angeschaut, Glück gehabt:

Wir stehen nun im RFD der ersten Zelle, welcher hier aber wegen dem starken Südwind eine stationäre Konvergenz bildet. Der ganze Himmel scheint zu kochen, man sieht es selbst auf Fotos:

Der RFD-Regenvorhang der Hauptzelle, dahinter wird ein großer Wedge-Tornado berichtet.

Man muss ab und an runterschauen, dermaßen quirlt alles durcheinander. Diese Dynamik macht den Tag für uns zum Highlight, die Fotos können das nur andeuten.

Etwa 30 Minuten stehen wir unter der Konvergenz mit offenem Mund...

Die Konvergenz hat direkt über uns immer wieder neue Mesos ausgelöst. In Kombination mit der großen Zelle entstanden reihenweise Inflow-Verengungen. Eine nördlich von uns zeigte schon eine Weile massive Rotation einer Wallcloud/Absenkung, als sich Funnels absenkten...

Doppelpack:

Das war eher laminar, aber extrem dynamisch:

So ein Durcheinander am Himmel haben wir noch nicht erlebt...

Wir beobachten noch eine weitere sich einrollende Meso, welche aber keinen Tornado mehr schafft und fahren dann zurück nach Süden.


Der nächste westliche Anbau sah von weitem dann so aus:


Beim Fotografieren kommt der Sheriff auf einem Kontrollgang vorbei und zeigt uns nach etwas Smalltalk ganz stolz sein Handyvideo von den Tornados...