24.05.16 - Woodward, OK > Perryton, TX (335 Meilen)

Wir peilen heute Dodge City, KS an, schwenken aber wegen noch nie erlebter Chaserkonvergenz auf das Texas Panhandle um und finden dort eine hübsche und hagelträchtige Superzelle.



Heut ist es ein ähnliches Setup wie gestern. Am Schnittpunkt der Dryline mit einer Outflowboundary der nächtlichen Gewitter herrscht erhöhtes Tornadopotential. Dieser Triplepoint wird in SW-Kansas entstehen und wir machen uns auf den Weg. Hier die Outflowboundary beim passieren:

Bald geraten wir in eine endlose Autoschlange aus Gleichgesinnten und stutzen. Wir stoppen und schauen paar Minuten, wieviele da so kommen. Also so viele Chaser auf einem Fleck haben wir noch nicht gesehen und das waren nur auf dieser einen Straße... Das erscheint uns zu viel des Guten und wir planen um auf das Texas Panhandle. Das sollte es auch 1-2 Zellen geben.

Wir stellen uns kurz vor die die Dryline und halten die Augen offen, etwa so:

Dann geht es los. Bei Borger, TX geht ein Turm hoch...

...und wird von "0 auf 100" auf Tennisballhagel bewarnt, das ging aber schnell.

Die Zelle ist klein, aber recht dynamisch:

Vor die Zelle kommen wir zu dem Zeitpunkt mangels Straßen nicht, daher setzen wir uns dahinter.

Aufgrund wenig Niederschlag hat man gute Sicht auf die inneren Strukturen, das dreht doch recht flott. Im nächsten Bild sieht man die Verdrehung der weißen Wolkenmasse recht gut, so schlecht wäre die Position gar nicht für einen Tornado ;-)

Auch der Zeitraffer zeigt die Rotation gut:

Immer wieder erscheinen Funnnel, welcher mehrere Minuten herumtanzen:

Die Zelle zieht etwas weg und verhüllt sich später im Regen. Dabei kommt es laut Reports zu einem Tornado, aber wir kommen da aktuell nicht ran.

Etwas später ergibt sich eine Straßenoption und wir stechen östlich des bösen Hagelkerns durch den Niederschlag durch.


Kein Riese, aber hübsch anzusehen und flott rotierend.

Schöne LP-Strukturen...

Zeitraffer:

Die Flanking Line schiebt in weitem Bogen von West kommend über Süd Wolken in die Mesozyklone:

Die Zelle wird nun schwächer. Wir haben hier einen Superzellen-Composite-Index jenseits 30, aber ohne Hebungssupport durch eine Jetstream-Störung oder ein lokales Feature am Boden reicht das halt nicht.



Nun wollten wir doch wissen, was der Hagelkern so beinhaltet hat, den wir knapp umkurvt hatten und staunen nicht schlecht, die Steine haben im Schnitt vielleicht 6-7cm:


Wir finden Steine bis 9cm, meinen aber paar andere "Sammler" am Straßenrand mit Steinen von vielleicht 11cm gesehen zu haben. Nach eigener Suche wollten wir uns das anschauen, diejenigen waren aber auf einmal weg. Somit kann die genannte Hagelgröße hier nur als Legende ohne Foto Einzug halten... :-)



Was machen eigentlich die ganzen Tiere hier bei solch einem Bomardement? Da hat jeder so seine eigene Strategie:

Die hier haben natürlich ihren unterirdischen Bau:

Es geht auch mit einem tragbaren Schutzschild...

Hat man keine der beiden Optionen, muss man improvisieren:

Da saß übrigens in jedem Rohr eine dicke Maus, die anderen trauten sich nur noch nicht vor... :-)



Die Zelle schraubte sich noch etwas nach Osten und zerfiel zum Sonnenuntergang:

Morgen hat es auch Potential, nur fehlt es an Hebungsfeatures. Es wird schon paar Nadel im Heuhaufen geben...