28.05.18 - Scotts Bluff, NE > Burlington, CO (360 Meilen)

Tornados im Doppelpack

In Nordost-Colorado finden wir phantastische Landspout-Tornados. Und zwar nicht nur nacheinander, sondern auch nebeneinander!



Morgens warten wir paar Modellrechnungsläufe ab und verbringen die Zeit im hießigen "Scotts Bluff National Monument"...

20 Meilen östlich: Chimney Rock

In Nebraska zog die Bewölkung bald zu und es sah nicht mehr nach Aufklaren aus, also ab nach Süden - dort lag zudem eine Outflow-Boundary der Gewitter in Kansas.

An und um diese Boundary herrschen besonders gute Bedinungen für Superzellen oder sonstige Überraschungen.

Kurz nachdem wir ankamen, schien es loszugehen:

Man sieht selbst im Bild, welche Scherung da in der Luft lag...

Es gab innerhalb des unteren Cumulus-Niveaus eine komplette Richtungsumkehr der Winde. Oder anders gesagt: Nach paar Sekunden an den Himmel schauen wurde einem schwindelig.

Trotz eulenhaften Absuchen des Himmels dauerte es noch fast ein Stündchen, bevor es losing... Ein Käutzchen neben uns auf dem Feld fühlte sich bestimmt nachgeäfft ;-)

Doch dann: Paar Meilen östlich eine schöne Initation:

Auf und Hinterher... Doch genau da trat der "Super-Gau" ein: Keine Radarbilder mehr verfügbar, vermutl. wegen zu vielen Anfragen auf dem zugehörigen Server. Daher brechen wir ab und bringen erst mal ein Internet-basiertes Radar als Notbehelf online. Das hatte etwas mehr Verzögerung, aber besser als gar nichts.

Wir sehen alsbald, dass noch eine Zelle im Westen steht, also mal ran. Sah laut Radar unspektakulär aus und auch sonst war beim Ranfahren wenig zu sehen, aber bald staunen wir nicht schlecht:


Wo kamen der denn her? Eine klassische Superzelle war das nicht... Vermutl. ein Zusammenspiel der oben erwähnten Boundary mit der Outflowboundary dieser Gewitterlinie.

Kaum war der erste Tornado weg, deutete sich neue Rotation an:

Und schon wieder einer, was ist denn hier los?

Etwas später:

Wow...

Näher ran wollen wir gar nicht, da die Zuggeschwindigkeit recht fix waren und es aussah, als ob gleich überall Tornados runterkommen...

Es setzten teils 3 oder 4 Funnel gleichzeitig an (einer davon fast vor uns...), wovon sich 2 Zirkulationen stabil halten konnten:

Kurze Videosequenz:

Geniale Transformationen innerhalb von Sekunden:


Paar Minuten später dann diese beiden Staubmonster, unglaublich:

Und im Weitwinkel:

Einer der Tornados lebte mindestens noch 15 Minuten:

Wir wollen daraufhin aus der Zugbahn des Niederschlags entkommen, landeten aber wegen des verzögerten Ersatzradars schon wieder im Hagel. Damit hat das Dekor von gestern unfreiwillig Detaillierung erhalten...

Nach dem Hagel zeigte sich auf der Westseite noch ein hübsches, antizyklones Aufwindfeature. Da war ordentlich Dynamik drin...

Die Treffen mit dem Hagel war etwas unschön, sonst ein genialer Chasingtag der etwas anderen Art.

Beim Schreiben dieser Zeilen macht es schon wieder Klick-Klack vor der Moteltür... hoffentlich bleibt es diesmal im Rahmen...