Stormchase USA 2018 - Technikecke

Nachfolgend ein paar Worte zur Ausrüstung. Zusätzlich zu den reinen Gerätebeschreibung sind die Erfahrungswerte der letzten Jahre eingearbeitet.



Wetterdaten

Nach gemischten Erfahrungen mit USB-Modems haben wir 2014 das erste Mal einen 4G-WLAN-Hotspot im Einsatz und waren sehr zufrieden. 2018 kommt ein Leihgerät NovaTel 4260L Hotspot zum Einsatz, welches wir über www.daypasswireless.com beziehen. Aufgrund der mittlerweile guten Netzabdeckung haben wir seit 2015 keinen Verstärker mehr dabei. Paar Funklöcher gibt es, dann muss man halt mal mehr den Himmel beobachten, gehört auch dazu.

Als Backup für Internetausfall kommt das Wetterradio Oregon WR602 zum Einsatz. Nicht zuletzt aus nostalgischem Grund. Der quietschenden, Gänsehaut-verursachenden Warnton läutet zum einen, wie die Glocke im Boxring, das Match ein. Zum anderen lässt das Geräusch jedes Mal für einen Moment viele schöne Chasing-Tage im Gedächtnis aufblitzen.



Navigation

Für die Navigation kommt ein TomTom-910 zum Einsatz. Das Navi ist trotz seines Alters ein super durchdachtes Gerät und überzeugt mittlerweile im 11. Jahr. Auch die Funk-Fernbedienung ist super - die kann selbst aus der Jackentasche bedient werden, wenn es mal kalt ist...

Der GPS-Empfänger Bluemax GPS-4044 dient zur GPS-Positionsaufnahme für den Laptop. Das Gerät war 2012 das erste Mal im Einsatz und hat getan, was es sollte. Mittlerweile hat der Laptop ein integriertes GPS, aber der Bluemax genießt Bestandsschutz.



Sonstiges

Eine Laptophalterung mit angepasster Schnellaufnahmeplatte hält den Laptop immer in Position. Ein sehr hilfreiches Utensil, welches uns von Tourbegleiter Jörg 2011 empfohlen wurde. Die Montage erfolgt im Bereich der Sitzbefestigungen erfordert Werkzeug und manchmal auch Improvisation.

Das Gerät muss ganz schön was wegstecken und ist mittlerweile recht wacklig geworden. Paar nachgerüstete Stabilisierungen und Schrauben sollten dafür sorgen, dass es diese Tour noch überlebt.

Damit alle Geräte mit Spannung versorgt werden können, ist ein 12V-Verteiler mit von der Partie. Dieser hat sich seit 2012 bewährt.

Seit 2013 ist ein SKS Luftdruckprüfer An Board. So was haben wir die Jahre davor bitter vermisst, da wir schon oft Probleme mit den Reifen der Mietwagen hatten.



Leitzentrale

Die Navigations- und Wetterdaten laufen letztlich in GRLevel3 (V1.92) zusammen.

Diese Software bietet Doppler-Radardaten mit Zelltracking und ist über Place- und Shapefiles mannigfaltig erweiterbar. Bei uns wird neben den Radardaten die eigene Position, ein detailliertes Straßennetz, das aktuelle Satellitenbild sowie Forecasts, aktuelle Messwerte und Warnungen dargestellt.

Seit 2013 dabei ist ein hifreiches Tool, welches Vorhersage- und Analysekarten zentralisiert anzeigt.

Unter anderem besteht damit Möglichkeit, Karten zu überlagern oder bestimmte Elemente zu filtern.

Die Darstellungen des Wetterkartentools können letztlich in GRLevel eingebunden werden. Dann sehen wir praktisch alle gewünschten Daten auf einen Blick. Hier im Beispiel: SAT, Radar, Straßennetz, Position, MLCAPE/CIN, Shear und SPC Forecasts/Warnings.



Wettermesstechnik

Ursprünglich war mal ein Temperatur/Feuchtemessgerät im Einsatz. Da dies aber praktisch kaum einsetzbar war (man ist ja meist im Auto, nicht draußen) und der Nutzen auch so nur begrenzt, haben wir hier keine Messgeräte im Einsatz.

Obwohl... das ist auch eine Art von Messtechnik: Das Hagelmeter! ;-)



Foto/Video

Fototechnisch hat ja eh so jeder seine Vorlieben, sei es bei der Ausrüstung oder bei der Bearbeitung der Bilder. Nachfolgend eine Übersicht, womit die hier gezeigten Bilder entstanden sind:

Kameras:
- Nikon D5200
- Nikon D7100

Objektive:
- 16-85mm für so ziemlich alles
- 10-20mm Superweitwinkel zum Einfangen von Panoramastrukturen
- 50mm/1.8 für nächtliche Blitzbilder
- 35mm/1.8 wie zuvor, mit etwas mehr Sichtfeld
- 70-300mm vor allem für die Tierwelt

Wolkenfotografie erfordert Weitwinkelobjektive. Hier ein Beispiel dazu:

Das linke Bild zeigt eine Aufnahme mit Brennweite 50mm, also etwa so, wie man es mit dem Auge sieht. Das rechte Bild ist mit 12mm Brennweite aufgenommen. Damit fängt man selbst dann noch das ganze Gewitter ein, wenn man schon nahezu drunter steht und die Hagelsteine im Anflug sieht...

Allerdings wirken die Weitwinkel-Bilder im Vergleich zum tatsächlichen Geschehen distanziert und bringen den Ehrfurcht-einflößenden Charakter der dunkeln Wolkenmassen kaum zur Geltung. Hier muss jeder für sich einen passenden Kompromis finden, ich selbst bin Fan der Weitwinkelfotografie.

Sonstiges:

- Stativ 150cm
- Ministativ 50cm
- Fensterklemmstativ
- Polfilter, Verlaufsfilter, Fernauslöser
- Aufnahme im RAW-Format
- Anpassung der Bilder auf dem PC (Weißabgleich, Belichtung, Höhen, Tiefen, ...)



Kleinkram

Diese kleinen Helferlein sind richtig nützlich, werden aber sonst kaum erwähnt.

Im Bild sind beispielhaft ein paar davon dargestellt: Klebebänder, Klettbänder, Kabelbinder u.ä. dienen der Technikinstallation im Auto. Im Motel sind Adapter für US-Steckdosen hilfreich - dies erfordert natürlich, dass die eigenen Geräte neben 230VAC auch 110VAC vertragen.



Datenquellen

Das Interpretieren von Wetterkarten ist ein recht umfangreiches Thema, welches natürlich theoretische Vorarbeiten erfordert - es gibt da sehr schöne Bücher. Kommen dann noch ein paar praktische Erfahrungen dazu, kann man aus den Karten die Wetterverläufe ganz gut abschätzen. Dabei sollte man sich aber nie zu sehr auf die Karten verlassen und im Zweifel immer den Beobachtungen den Vorzug geben. Sonst wird man manchmal ganz schön enttäuscht.

Aufgrund begrenzten Haltbarkeit von URL's hier nur ein paar Einstiegsseiten zur Orientierung, die Betreiber sind für den jeweiligen Inhalt verantwortlich:

- www.spc.noaa.gov
- www.spc.noaa.gov/exper/mesoanalysis
- rapidrefresh.noaa.gov/hrrr/HRRRsubh
- weather.cod.edu/forecast
- weather.cod.edu/satrad
- www.twisterdata.com
- weather.msfc.nasa.gov/GOES
- www.nws.noaa.gov/radar_tab.php
- de.blitzortung.org/live_dynamic_maps.php?map=30
- weather.us
- kachelmannwetter.com