10.05.10, Eastland, TX > Perry, OK (580 Meilen)

Heut gab es ein High-Risk für Tornados in West-Oklahoma und Südost-Kansas. Es wurden flächendeckend tornadische Superzellen erwartet. Und so kam es dann auch - einige Orte wurden teilweise böse getroffen.
Aufgrund des etwas optimistischen Abstechers nach Südwest mussten wir heut einiges aufholen. Den ganzen Morgen sind wir den fixen Stratocumulus gefolgt, welche durch den Low-Level-Jet nach Norden befördert wurden.

Am Nachmittag klarte es auf. Fotos konnte man eigentlich nur aus dem Auto machen, da man wegen den kräftigen Winden im freien sandgestrahlt wurde. Man kann die Kraft des Windes an den zerfetzten Cumuluswolken erahnen.

Dann rückte die Dryline näher und mit ihr eine vorlaufende Konvergenzzone in der sehr instabilen Luft.

Kurz vor uns kam es dann zur Initiation. Die Zellen waren mit Zuggeschwindigkeiten bis 100km/h vorausgesagt. Insofern waren wir fast zu nahe, aber es passte gerade noch so. Die erste stärkere Zelle hat nicht lang gewartet und ist schnell zur beindruckend rotierenden Superzelle geworden.

Links oben konnte man erkennen, wie die Wolken gefühlt im Zeitraffer nach oben in den Amboss katapultiert wurden.

Dieser ganze Teller war eine große Drehscheibe.

Bald wurden Fractus reingezogen und Funnel tauchten auf. Teilweise konnte man 3 Funnel auf einmal sehen. Diese waren aber teils nur Sekunden zu sehen.

Der Trichter selbst blieb nie lang bestehen war auch nie durchkondensiert, aber ein Tornado war es, da wir später die Schäden sahen. Immerhin gelang ein Schnappschuss mit "anderthalb" Rüsseln.

Im Vorbeiziehen zeigten sich tolle Strukturen und immer wieder neue Rüssel.

Wir sind dann noch eine Weile hinterher und es bildeten sich direkt vor uns immer wieder neue Funnelansätze und Tornados.

Der Tornado war die Straße entlang gezogen und hat neben Strommasten und Bäumen die eine oder andere Farm ramponiert.

Da die Zelle mit ca. 100km/h wegzog haben wir abgebrochen, in die Zugbahn der nächstsüdlicheren Zelle geschwenkt und den Hagel bestaunt. Was für Brocken...

Immer wieder neue Zellen, sieht von der Seite gar nicht so wild aus...

Praktisch jede größere Quellwolke hat sich sofort mit einer Meso versehen und wurde bald tornadobewarnt.

Hier die letzte abziehende Zelle. Man sieht schön, wie diesig die Luft war. Die Sonne war wie hinter einer Milchglasscheibe.
Nachtrag 2017: Das war kein angelaufenes Objektiv, das war in der Tat so diesig - und das trotz Temperaturen um 30°C. So eine merkwürdige Durchsicht haben wir seither nicht noch mal erlebt.

Im Motel kam eine Stunde später die Dryline mit orkanartigen Winden durch. Der starke Wind hat das Motel fast "umgekippt"...
Nachtrag 2017: Auch diesen Dryline-Orkan haben wir bis dato nicht noch mal erlebt, das hat vielleicht gestürmt....