14.05.10, Fort Stockton, TX > Brownwood, TX (420 Meilen)

In Westtxas lagen heute über feuchtwarmen südöstlichen Strömungen südwestliche Höhenwinde. Das Ganze noch direkt an einer Luftmassengrenze, mit etwa MLCAPEs von 2000 und kaum Deckel, daher wurde die Gegend mit einem Slight Risk versehen. Da die Windfelder nicht zu stark sind, sollten die Zellen leicht zu verfolgen sein.
Also nix wie hin.
Schon am Morgen durchfahren wir Gewitter. Und zum Mittag treffen wir auf die ersten Superzellenansätze - ja wenn das immer so klappen würde... !

Nach einer Weile entsteht ein loser Gewitterkomplex. Wir wollten weiter nach Westen, da dort ein paar Zellen frei standen.
Doch das ist problematisch, da eine eingelagerte Superzelle mit 7,5cm bewarnter Hagelgröße die ziemlich einzige Westroute blockiert und eine Umfahren mind. 2 Stunden Zeitverlust bringt. Falls möglich, soll es durch die Zelle durch. Wir fahren also so weit wie möglich und warten die Zugbahn ab.
Und tatsächlich! Die Zelle hat aufgrund massiver Rechtsscherung nun doch etwas von der Autobahn weggelenkt Also los... Es wurde erst stockdunkel, dann kam die Sinnflut. Kurz vor dem Austritt aus dem Niederschlagsgebiet gab es dann doch noch einen einzigen großen Hageltreffer, ansonsten hatte die Durchfahrt geklappt.


Nach dem Durchbruch konnten wir uns nun mehr freistehenden Zellen widmen die am Südwestende des Komplexes dahin zogen, sich auflösten und neu bildeten.


Im Südwesten der Gewitterlinie bildete sich eine (für heute) relativ langlebige Zelle aus:

Unter der Basis war kurz eine recht große Explosion zu sehen. Vermutlich hat ein Blitz da etwas sehr entzündliches getroffen...

Auch im Osten wurde es fotogen....

Aufgrund der nicht zu hohen Scherung wurde die Zelle immer wieder von Abwinden "durchbohrt". Die Rotationszentren haben sich im Südwesten aber ebenso schnell wieder regeneriert.


Als genug Fotos gemacht wurden, ging es mit etwas mulmigen Gefühl unter dem Aufwind hindurch ins Motel.

Die Flanking-Line des Gewitters, welches mittlerweile als Superzelle durchgehen sollte, zog sich im Bogen weit nach Südwest.

Hinter der Hauptgewitterlinie lagerte noch ein rotierendes Minigewitter. Kaum zu glauben - laut Radar fällt da bereits Hagel!