10-11.08.26
13.08.26
10-11.08.26 <12.08.26> 13.08.26
Sonnenfinsternis

Wir haben es ohne größere Probleme ins Zielgebiet geschafft. Nur der Tankstellen-Krimi am Sonntag hätte nicht sein müssen... Wetter-technisch sieht alles nach Blue Skies aus, nur die Berge sind etwas anfällig für Quellwolken und sollten gemieden werden.

Am Morgen erkunden wir die Gegend rund um Aranda de Duero und landen eher zufällig am Cañón del Río Lobos, der gerade die Pforten öffnete:

Sollte man nicht verpassen, wenn man in der Nähe ist!

Durch zeitiges Kommen hat man das Meiste vom Besuch. Erstens mal ist es früh noch erträglich von den Temperaturen und zudem ist da wenig los. Ab dem späten Vormittag wird's heiß und überlaufen...

Capilla de la Virgen de la Salud:

An den Felswänden warten die Gänsegeier auf Thermik, um in die Lüfte zu kommen:

Was die sich wohl zu erzählen haben?

Der Canyon endet in einer Grotte und man kann sich als Höhlenforscher versuchen. Zum Fotografieren braucht es hier die vollen 14bit des Kamera-Sensors:

Dann ging es auf die Suche nach einem Fotospot für die Sonnenfinsternis. Natürlich hatten wir Optionen vorab rausgesucht, aber nix konkretes oder in einer Probe überprüftes. Im Nachgang leider ein vermeidbarer Fehler, denn es begab sich so: Plan A in Form eines hübschen Stausees war heute für Autos gesperrt und nur durch 5km Fußmarsch bei 37°C erreichen, das lassen wir besser. Plan B war eine Ruine auf einem Berg, wo die Finsternis genau zwischen 2 Mauern sichtbar sein sollte. Eigentlich perfekt und wir sind anfangs allein dort, aber bald stehen genau zwischen den Mauern unzählige Leute zum Beobachten und verdecken die Stelle, wo die Finsternis durchkommen soll. Warum nur? Beobachten geht auch 10m daneben... egal, damit war auch Plan B hin... Die Zeit wurde langsam knapp und mit Plan C stehen wir am Südende des Stausees "Embalse de las Vencías".

Sah schon nett aus - ABER: Leider war der Canyon viel tiefer, als vom Sat-Bild abgeschätzt. Spiegelung wird da nix und schon gar nicht im Zoom. So ein Salat... Das geplante Fotomotiv verpuffte und die Erkenntnis machte sich breit, dass der "Point of no Return" überschritten war... Und nun?

Die Antwort ist umso einfacher - das beste draus machen! Wir positionieren uns am Rand des Canyon mit Gleichgesinnten aus aller Welt und warten auf den großen Moment. Beim Warten überraschen uns immer wieder die Gänsegeier, welche in der Thermik der Canyon-Wände surften.

Das sind vielleicht "Riesenviecher":

Bald ging es auch los, mit Filter sieht man schön die Sonnenflecken:

Sekunden vor der Totale schält sich der Mond aus dem Himmelsblau und wird kurz sichtbar. Überall hört man "oh", "ah" und "da, der Mond" Und dann wird es dunkel und die Kommentare verstummen...

Markante Protuberanzen zeigen sich:

So sieht es aus, wenn man die Kamera in der Aufregung verreist:

Das Licht der Corona war unerwartet wenig: Hohe ISOs und Belichtungszeiten bis 1/4s waren angesagt... und da muss man das Bild bei 400mm erst mal scharf bekommen...

Bild mit Weitwinkel - man sieht schön die Schattenkante vom Mond:

Mit dem Auge sah das etwas so aus... einfach magisch:

Währen der gesamten totalen Phase war alles wie erstarrt - kein Vogel, kein Insekt war zu hören. Mit dem ersten Strahl des zurückkehrenden Lichtes hat eine Amsel in der Nähe Entwarnung gegeben. Wir meinen herausgehört zu haben: "Entwarnung, Fehlalarm, Die Welt geht doch nicht unter"

Diamond Ring:

Etwas kürzer belichtet:

Die partielle Phase hielt bis in den Sonnenuntergang:

Das live zu sehen war ein Erlebnis der Sonderklasse und hat tief geprägt... Dazu gleichzeitig das verpasste Fotomotiv - da steht man gefühlsmäßig mit je einem Bein im Himmel und Hölle.

Naja, lieber ein Bein im Himmel als gar keins. Aber es bleibt der Vorsatz, zukünftig mehr bei Foto-Motiven zu planen und sich nicht nur auf Improvisation zu verlassen...
Stand: 13.10.26  ○   Besucher: 240808  ○   Impressum