18.05.14 - Fort Collins, CO > Lusk, WY (470 Meilen)

Nach der Flaute der letzten Tage gab es heute eine LP-Superzelle vom Feinsten.

In den nördliche Plains soll ein durchziehender Höhentrog Gewitter in gut gescherter Umgebung begünstigen. Die Feuchtigkeit ist eher gering mit Taupunkten um 10°C. Aber zum einen ist das auf dem hohen Terrain (1500 m) mehr wert als es scheint, zum anderen steigt damit die Chance auf gut sichtbare LP-Superzellen...

Wie gestern schon erwähnt, liegt hier noch Schnee, das gibt es ja gar nicht... und das bei 23°C.

Auf Höhe Cheyenne, WY ist gestern die aus der Ferner beobachtete Hagelzelle durch und im Schnee liegen doch tatsächlich noch 2cm Steine, es wird ja immer verrückter...

Der Himmel heut sieht auch vielversprechend aus. Der ankommende Kurzwellentrog hebt bereits die Luft etwas an.

Unterwegs kamen wir an diesem Ort vorbei. POP beziffert die Anzahl der Einwohner. Als Großstadt geht das wohl noch nicht durch...

Etwa gegen 16:00 Ortszeit begann es etwa 100km westlich von uns auszulösen. Da die Sicht wegen der erwähnten mangelnden Feuchte gut war, haben wir eine Weile das Geschehen aus der Ferne verfolgt.

Bald zeigte das Radar Hagel und Rotation an. Weiter unten ein Zeitraffer aus dieser Position. Die Mammatus waren riesig (nicht vom Weitwinkel täuschen lassen), man meinte sie anfassen zu können.


Dann ging es näher an die Zelle:

Interessante Formationen:

Was für ein Anblick:

Aber wir mussten aufpassen. Rein visuell würde man nicht unbedingt drauf kommen, dass genau zentral vor uns (nicht der Regenvorhang rechts) 5cm Steine vom Himmel fielen, man sieht da einfach nichts. Zum Glück hat uns unser Online-Radar gewarnt...

Mittlerweile war das einer Gewindeschraube schon sehr nahe gekommen... Und fast hätten wir es bei der grandioser Struktur übersehen - Eine Funnelcloud in zentraler Lage... Für einen Tornado hat es aus unserem Blickwinkel aber nicht gereicht.


Lehrbuchaufwind LP-Superzelle:

Wir haben die Zelle dann ziehen lassen und wollten die Rückseite bestaunen.

In der Zugbahn der Zelle war es recht trocken, aber Hagelsteine bis 5cm waren zu finden:

Die Zelle baute nun immer weiter ab und löste sich auf, auch hübsch:

Im folgenden Bild erkennt man schön den Unterschied der beiden Haupt-Kondensationsniveaus. Wenn das untere aktiviert wird (surface based), wird das volle Gewitterpotential freigesetzt. Dies ist aber nicht immer möglich, da oft eine Inversion (der sogenannte Deckel) die bodennahe energiereiche Luft blockiert.


Nach einem tollen Chasingtag ging es ab ins nächste Rawhide Motel.

Hier noch ein Zeitraffer der Zelle:

Und noch paar Sekunden Echtzeitvideo. Man sieht zwar nicht mehr als auf den Bildern, hat aber auch einen gewissen Reiz: