26.05.14 - Eunice, NM > Ozona, TX (410 Meilen)

Erneut ein toller Chasingtag mit mehreren Superzellen.

Ab heute geht es langsam Richtung Golfküste. Eigentlich, um noch paar Tage Ruhe vor dem Rückflug zu suchen. Aber die Gewitter meinen es dieses Jahr gut mit uns und folgen. Und wenn sie schon mal da sind...

So hatten wir es heut erneut gleich mit einer ganzen Reihe Superzellen zu tun. Ein Höhentief lag etwa über Oklahoma und bescherte SW-Texas Westwinde in der Höhe und Südostwinde am Boden. Dazu noch 25°C Temperatur und Taupunkte um 18°C. Klingt erst mal gut.

Am Vormittag haben wir es endlich mal hinbekommen, den Monahans Sand Dunes State Park zu besuchen. Hatte die Letzen Jahre irgendwie nie geklappt.

War überraschen schön da, man kann da in den Dünen wandern, Wüstentiere auflauern oder auch mit Leih-Surfbrettern die Sanddünen runter jagen.


Als es zu heiß wurde, ging es dem vorausgesagten Auslösegebiet der heutigen Gewitter entgegen. Das sollte laut HRRR irgendwo im Raum Midland liegen.

Das ging auch tatsächlich recht fix und die ersten Cumulonimben standen am Himmel.

Bereits zeigte eine Zelle Rechtsdrall und nahm die gebogene Bananen-Radarsignatur eine Classic/HP-Superzelle an. Da war sie:

Es war dann doch eher HP. (HP steht für High Precipitation, also viel Niederschlag. Dabei ist typischerweise der Rotationskern von Regen umrollt)

Wir haben dann versucht, doch irgendwie unter den Rotationkern in den sogenannten Bears Cage zu schauen. Währenddessen kamen erste Tornadoreports rein.

Hin und wieder sah es auch verdächtig aus, wie z.B. im nächsten Bild mittig. Aber wirklich sicher waren wir uns wegen dem mangelndem Kontrast nicht.

Nun wurde noch Dreck eingesogen, das war zu viel des Guten und wir haben die Zelle ziehen lassen.

Nicht zuletzt, weil an der Outflow Boundary der ersten Zelle bereits neue Zellen im Bau waren...

Diese Zelle befand sich in der Entstehungsphase und wir beobachteten den Aufwind, der relativ zum Niederschlag in Zugrichtung rechts lag. (Im Bild natürlich links, da von vorn geschaut). Wird diese Aufwind zur Superzelle schert dieser Rightmover dann, wie der Name schon sagt, rechts gegen die Höhenströmung aus.


Radarbild dazu:

Etwa 30min später war die Rotation dann in den unteren Schichten angekommen und eine Wallcloud bildete sich aus. Bald wurde auch hier massiv bunter Staub von den Feldern eingesogen.

Das war für uns wieder das Zeichen, zum Abbruch.

Im Westen ein neuer Anbau.

Hier nochmal die Rückseite der letzten Zelle, das sind mal Quellungen, man erkennt gerade noch so den Overshooting Top:

Ach schön...

Der zuvor erwähnte Anbau im Westen war ca. 1h später ausgewachsen und bereits tornadobewarnt. Auch gab es Berichte von 10cm Hagel!

Das Bodennahe Inflowband zog sich nach rechts, soweit wir sehen konnten.

Der Zeitraffer (inkl. Zelle Nr. 2) zeigt ganz gut, wie ich das Ganze bewegt:

Zoom, hier könnte jeden Augenblick ein Tornado erscheinen:

Aber hat nicht gereicht, wir sind dann aus dem Bears Cage raus und weiter nach Süden Richtung Küste. Sah schon genial aus:


Mal sehen, ob die Gewitter uns morgen auch nochmal folgen :-)