Polarlichtreise Tromsø, Februar 2022

Die verhängten Einschränkungen während der großen Pandemie sind für Reiseinteressierte eine echte Probe. Wir versuchen, langsam wieder die Fühler weiter auszustrecken und hoffen, dass die Situation zu Beginn des neuen Jahres dies auch zulässt. So denn es klappt, wird hier ein fotografisches Reise-Tagebuch in gewohntem Format entstehen.

Neben skandinavischen und arktischen Eindrücken ist natürlich ein Ziel der Reise, mal Aurora borealis aus der Nähe zu sehen.

Bild: 2016, Polarlichter über Sachsen



Update 05.02.22:

Zum Zeitpunkt der Buchung war die Corona-Lage recht optimistisch mit Hoffnung auf ein Ausklingen. Kurz danach lief die Omikron-Welle an und wir sahen die Reise schon wie eine Seifenblase zerplatzen. Mittlerweile sieht es wieder deutlich besser aus - trotz steigenden Zahlen hat sich die Lage entspannt. Noch ca. 2 Wochen, dann geht es hoffentlich los. Mit diesen Unsicherheiten bis zum Schluss haben wir mittlerweile genug Erfahrung...



Update 18.02.22:

Die Sonne als Mutter aller terrestrischer Auroras zeigt sich momentan eher als Schlaftablette... Interessant für uns ist z.B. das diffuse Loch in der Sonnenatmospähre (Coronal Hole), welches derzeit Richtung Erde zeigt. Dort strömen verstärkt geladene Teilchen aus, welche Samstag-Montag für gute Polarlichtchancen sorgen sollten, sobald die Teilchen mit dem Erdmagnetfeld interagieren. Hier erkennt man das gut als dunklen Bereich, rot markiert:

Quelle: NASA

Hell und dunkel visualisieren in diesem Bild die Temperaturen in der Sonnenatmosphäre. Während die dunkeln Bereich eher träge und groß sind, gibt es da noch kleine, helle und impulsiver Bereiche. Das sind Magnetfeldlinien, welche aus dem Sonneninneren austreten. Wenn sich diese kreuzen und umordnen (Rekonnexion), werden immensen Energiemengen freigesetzt. Dies ist quasi ein Trick der Sonne, ein Teil der Fusionsenergie kontaktlos aus dem Inneren abzuleiten. Dabei lösen sich hin und wieder schnelle Ionenwolken (CME - Coronal Mass Ejection) ab, welche auf der Erde die Polarlichter explodieren lassen und je nach Stärke auch mal Satelliten schrotten. Space-X hat grad vor wenigen Wochen das Pech gehabt.

Mangels nennenswert aktiver Bereiche passiert da im Moment allerdins nicht so viel. Die unscheinbare, blau markierten Region hat wohl gestern und heut je einen (sehr) kleinen CME auf Reisen geschickt. So denn die Richtung stimmt, könnten diese in 3..4 Tagen die Erde erreichen... mal schauen. 3 Tage zuvor gab es auf der Rückseite der Sonne eine CME der Kategorie Satelliten-Killer. Die aktive Quellregion dieses Flares wird ab Sonntag am Ostrand der Sonne (links im Bild) auftauchen und als großer Sonnenfleck sichtbar sein. Für unsere Reise dürfte das leider paar Tage zu spät sein.

Für die Beobachtung von Polarlichter muss natürlich das Wetter mitspielen. Und an dem Punkt soll der Astronomie-Exkurs beendet werden. Denn eine Woche mit durchgängig Wolken zu treffen ist nicht unrealistisch... und dann sieht man gar nix. In dem Fall bestaunen wir Landschaft, Kultur, Flora und Fauna.

Nun heißt es erst mal die Anreise meistern und nicht auf der Zielgraden durch Corona oder einem Orkantief mit komischen Namen ausgebremst zu werden.