23.05.22 - Boerne, TX > Plainview, TX

Heut kommt am Vormittag erstmals dieses Jahr Plains-Feeling auf. Es sind 19°C und neblig/nieselig - also ist schon mal Feuchte da. Und etwas später sieht man den Lowlevel-Jet am werkeln. Und zwar in der Art, dass tiefe Cumulus fix nach Norden wandern. Diese "Wolkenautobahn" transportiert die Feuchtigkeit nicht nur, sondern sorgt auch für Scherung. Heut sollte doch mal was drin sein...

Wir fahren den tiefen Wolken nach Norden hinterher, vertreiben uns die Zeit etwas mit Tumbleweed-Bowling...

...und landen gegen Mittag mehr oder weniger zufällig unter einer frischen Zelle, die uns mit Quartersize-Hagel eindeckt. Auf dem Autodach klingt das wie 8cm...

Neben dem Hagel sind natürlich die Wassermassen immer wieder erstaunlich...

Derweil ziehen wir, eingehüllt in rotem Staub, mit den Gewittern weiter nördlich, wo die Höhenwinde etwas besser sind... Nach einigen Meilen kaum Sicht klart es auf, nanu... was ist denn das?


Das Gewitter von vorhin hat einen Staubsturm ausgelöst, auf dem Satellitenbild schön zu sehen:

Im westlichen Panhandle fahren wir eine Initation an, die im Bild oben bereits erkennbar ist (westl. Plains):

Eine ganze Weile entstehen immer wieder neue Aufwinde mit Hagelgefahr, aber organisiert ist das noch nicht so recht.

Dann wird einer der Hagelschlote dicker und beginnt, sich die umliegenden Zellen einzuverleiben.

Eine Superzelle war entstanden und beginnt mit dem "Ansaugen" - dieser Inflow lässt uns kaum die Autotüren aufbekommen. Allerdings sieht man wegen dem Staub vom Aufwind wenig:

Genaugenommen wird der rote Staub uns Abends und den nächsten Tag noch Arbeit machen. Das ganze Auto, die Technik und wir selbst sahen aus, wie rot eingepudert... daher übrigens auch der Rotstich in den Wolken...

Wir müssen also weiter ran. Im Konvergenzbereich Inflow - RFD war die Sicht ok und wir schauen in den Kern:

Der schwarze Ring außen kommt übrigens vom 6,7mm Ultraweitwinkel (10mm DX auf FX Kamera). Damit fängt man viel ein, obwohl man quasi drunter steht...

Eine flott rotierende Wallcloud zeichnete sich ab, so war der visuelle Entfernungseindruck:

Und genau darunter rotierte es auch bereits:

Wir überlegen, ob wir noch ganz nah ran fahren, die Straße würde es hergeben. Aber da sind uns zu viele Leute unterwegs, und der herumschnellende RFD hat laut Warnung Baseballhagel drin. Daher wählen wir die ruhige Variante, verbleiben und staunen:


Der Tornado wuchs, bald war nahezu die ganze Wallcloud am Boden:

Wir fahren dann doch noch mal etwas näher...

Die Außenkanten des kondensierten Tornados wabern surreal über die Prärie, wir sind neugierig, was für ein EF-Rating der bekommt, sah auf jeden Fall heftig aus:

Nicht lange und vereinzelte dicke Hagel-Brocken schlagen neben uns ein und wir weichen zurück... mit Abstand ist aber auch gleich wieder der staubige Inflow am Start:

Es gab noch paar mehr Tornados, einen davon haben wir noch gesehen:

Dann heißt es erneut Flucht durch den roten Staub. Etwa bei Lubbock klar es auf und da ist das "Mothership":


Wahnsinn...


Zeitraffer:
Und noch etwas weiter weg:


Wir fahren dann noch etwas nördlich, wo es die Nacht noch stundenlange gewittert und schüttet wie aus Eimern. So hätten wir bitte jeden Tag hier :-)