01.06.22 - Vernon, TX > Lamesa, TX

Ein Gewittertag geht noch und es gibt auch so einen richtig schönen Rausschmeißer im positiven Sinne.

Normalerweise müssten wir morgen zum Rückflug in Denver sein, in dem Fall wäre das mit dem Abstecher heut sehr knapp geworden. Ein sonst etwas unschöner Flugausfall hat nun aber dazu geführt, dass wir bis Freitag hier bleiben "müssen". Na wenn's sein muss ;-)

Auf dem Weg ins Zielgebiet um Lovington, NM die klassischen Gewittervorboten. Altocumulus Castellanus:

Und der sogenannte "chaotische Himmel" mit Cumulus in diversen Höhen:

Diese Vorboten sieht man vor allem, wenn man im Warmsektor unterwegs ist. Die letzen Tage sind wir meist aus der kühleren oder trockeneren Luft angefahren.

Caprock:

An der Ost-West-Kaltfront/Outflowboundary war im westlichen Texas schon wieder Staubsturm:

Zum Glück war später die Staubbelastung halbswegs überschaubar, auch wenn das Auto innen danach schon wieder "wie Sau" aussieht...

Das südwestliche Texas Panhandle und das angrenzende New Mexico ist ein riesiges Ölfeld inkl. Verkabelungen, Lagerstätten und Transportgeschäft.

Diese Industrie hat den Tag heut zu einem der schwierigeren gemacht, da hier unzählige Trucks und Arbeiter unterwegs sind, die gewohnt sind, wie Speedy Gonzales viel zu schnell über die Highways zu jagen und nie abzubremsen. Kann mir richitg vorstellen, wie die sich über Wettertouristen freuen... Auf jeden Fall ist das Fahren (und Anhalten) dann echt eine Herausforderung. Denn wenn man bei 130 km/h 3 Trucks im Rücken hat und zum fotografieren anhalten will, ist das wie russisch Roulette, ob die gewillt sind, abzubremsen oder man eine Ausrollspur findet...

Hat aber dank der Fahrkünste von Susi alles geklappt und wir stehen rechtzeitig an einer von 2 Auslösen im Zielgebiet.

Man erkennt leicht schon den Zellsplit, links der kräftige Südteil, rechts der ausgefranste nördliche Aufwind. Herrlich, es quillt von oben und unten:

Allerdings sieht man schon das Problem... unser Turm ist der nördliche der 2 Auslösungen. Links (im Süden) steht noch einer.

Und dessen nördlicher Splitpartner läuft genau in unsere Zelle rein:

Blöd, weil unser angepeiltes Gewitterchen grad in den Superzellenmodus gehen will:

Wir beobachten noch eine Weile und prüfen dabei, ob wir es noch vor die südliche Zelle schaffen, bevor der Hagel den Weg abschneidet.

Es erscheint schaffbar, wir versuchen es und es klappt quasi auf die Minute. Kurz vorm Durchbruch von Nord mit Hagelgefahr direkt vor uns / rechts:

Etwas näher:

Heut klappt es sogar mal mit Blitzen:

Und was für welche, die Leuchtkugel am Boden ist irgendeine Folge des Blitzes:

Dann war der Spuk überraschend schnell vorbei. Plötzlich schüttete es in den Aufwind hinein und die Zelle zerfiel mehr oder weniger. Von West kam irgendein Feature angerauscht, das flächig Gewitter auslöste.

50km Östlich stand noch eine freistehende Superzelle, die wir dann anpeilen, aber auch die wurde von dem merkwürdigen Effekt zerlegt. Immer wieder interresant der Unterschied zwischen flächigem, unorganisierten Gewittern und kleinräumigen Spezialmodi wie Superzellen.

Auf der Nordseite folgt noch das, was die ganze Tour nicht so recht klappen wollte - eine saftige Blitzshow:



Letzte Bild im Zoom, die Blitze kamen innerhalb ca. 1s:

Und natürlich die Crawler am Eisschirm, herrlich:


Morgen geht es dann aber fix nach Norden, vielleicht noch ein kleines Abschlussgewitter in den Rockies...