Sturm
Tage des Sturms...
Am Ankunftstag war das Wetter noch schön, dann folgten 3 Tage Sturm aus Nord. Windböen bis 150km/h fegten über das Land. Es wurden Reisewarnungen ausgesprochen und auch unsere Autovermietung empfahl, 3 Tage das Haus nicht zu verlassen...

Wie bitte? Das hat auf jeden Fall unseren Plan vereitelt, Island einmal auf der Ringstraße zu umrunden. Denn neben dem Wind gab es im Norden und Osten große Regen- und Schneemengen. Schon wieder unser ganz spezielles Wetterpech? Wohl eher die Norm als die Ausnahme und sollte man mit auf dem Schirm haben bei einer Islandreise... Es gibt hier z.B. kaum Bäume und wenn, dann in geschützten Bereichen hinter Bergen. Bei Bäumen im ungeschützten Bereich kommen Erinnerungen an die krummen Bäume der Plains auf:

Häuser in Windanfälligen Schneisen stehen meist hinter Erdwällen:

Die Baumlosigkeit war nun aber ein Vorteil für uns. Denn damit waren die Straßen frei, es fliegt nichts rum und man konnte zumindest langsam fahren. So ab 70 km/h wurde das Auto unlenkbar, darunter ging es so halbwegs. Wir waren nicht gewillt, 3 der 6 Tagen vor Ort auszusitzen.

Und so suchen wir 3 Tage Orte, wo es neben dem Sturm mal hier und da auch Sonne dazu gab. Hat auch ganz gut geklappt das "Wolkenlücken Chasing", wir verbringen diese Tage erst im Westen, dann im Süden von Island. Wobei am Ende die Wolkenlosigkeit den Sturm noch verschärft hat. Der Föhn-Effekt brachte noch mal mehr Geschwindigkeit auf dass Anemometer... Hier die Verdunstungskante des Nord-Föhns:

Teils hat es flache Seen einfach ausgeräumt, die waren am nächsten Tag leer... Und die riesigen Lupinenfelder bestanden nach dem Sturm nur noch aus Stengeln...

Fotografieren im freien ging fast gar nicht, da riss es einem die Kamera aus der Hand. Wenn, dann nur im Windschatten von irgendwas... wenn man vorher überhaupt die Autotür aufbekam... Ein weiteres Indiz, das Stürme dort normal sind, zeigen Aufkleber an den Autotüren: Frei übersetzt: "Warnung: Sturm kann Autotür abreisen"

Unsere Unterkünfte waren meist Cottages wie im nächsten Bild. Das waren 3 Tage Übernachtungen auf Schiff bei hohem Seegang... Interessante Erfahrung, aber brauchen wir nicht nochmal... Lenticulares-Wolken auf der Lee-Seite der Berge: